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Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen PDF Drucken E-Mail

Forschungsverbund

Kathrin Janka, Prof. Dr. Bianka Pietrow-Ennker, Prof. Dr. Schamma Schahadat, Prof. Dr. Manfred Weinberg, Dr. Isabelle de Keghel, Prof. Dr. Irina Wutsdorff, lic. phil. Georg Escher, Dr. Štĕpán Zbytovský

Teilprojekte

Prag als Ghetto und Großstadt. Urbane Narrative in deutsch- und tschechischsprachigen Texten des frühen 20. Jahrhunderts.
Georg Escher

Zentrum und Peripherie, Eigenes und Fremdes im ‚Prager‘ publizistischen Diskurs der Zehner und Zwanzige Jahre.
Kathrin Janka

Workshops

Prager Figurationen jüdischer Moderne - Internationaler Workshop im Rahmen des Forschungsverbundes „Prag als Knotenpunkt europäischer Moderne(n)“ und des Projekts „Prager Moderne(n)“ im Juniorprofessurenprogramm des Landes Baden-Württemberg. Universität Tübingen, 05.-07. Februar 2015.

Übersetzen. Praktiken kulturellen Transfers am Beispiel Prags
Universität Tübingen, 07.-09. Februar 2013

Soziale/Kulturelle (Stadt-)Räume und Transkulturalität in Prag Workshop im Rahmen des Forschungsverbundes Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen
Universität Konstanz, 15.- 17. Juli 2011

Zentrum und Peripherie. Transkulturelle Hierarchien (am Beispiel Prags)
Karlsuniversität Prag, 31. März und 1. April 2011

Figurationen der Moderne. Der deutsch- und tschechischsprachige literarische Diskurs im Prag des beginnenden 20. JahrhundertsWorkshop in deutscher und tschechischer Sprache im Rahmen des Forschungsverbundes „Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen“
Karlsuniversität Prag, 17.-18. Februar 2011

Abstract

Der interdisziplinäre (Germanistik, Bohemistik, Geschichtswissenschaft) und internationale Forschungsverbund Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen bemüht sich um einen neuen Blick auf die kulturelle Verfasstheit Prags im frühen 20. Jh. Die bisherige germanistische, auf das Phänomen der „Prager deutschen Literatur“ ausgerichtete Forschung ging von einer klaren Separierung der kulturellen Sphären ‚des’ Deutschen und ‚des’ Tschechischen aus, die allenfalls durch den Verweis auf das allerdings nicht den gleichen Ordnungskriterien zugehörige Judentum komplexer wurde. Entsprechende „starke“ Grenzziehungen zeigt auch die bohemistische Forschung zur tschechischen Literatur der Zeit.

Eine klare Abgrenzung der Sphären gegeneinander entspricht, wie neuere Forschungen zeigen, jedoch nicht den historischen Tatsachen. Geschuldet war die Fehleinschätzung einer deutlich zu einfachen Vorstellung von der Strukturierung kultureller Räume und Kommunikationsgemeinschaften.

Es gilt also erst einmal, im kritischen Anschluss an Modelle z.B. des spatial turn (und deren notwendiger theoretischer Weiterentwicklung) Analysekategorien zu entwickeln, die das Prag des frühen 20. Jh.s als Ort eines spezifischen „Ineinanders“ der Kulturen beschreiben, indem man kulturelle (Selbst-)Verortungen und ihre materiellen, medialen etc. Bedingungen in ein Verhältnis zueinander bringt. Dabei werden sich die Analysekategorien auch von den expliziten zeitgenössischen Zuschreibungen abzusetzen haben, jedoch in den u.a. zu untersuchenden literarischen Texten komplexere Modelle kultureller Vielfalt aufweisen (und theoretisch fruchtbar machen) können. Dies alles wird jedoch nicht im isolierten Blick auf Prag möglich sein; dessen spezifische Transkulturalität wird sich vielmehr nur erschließen, wenn der Anschluss Prags an Entwicklungen in den anderen Metropolen Europas sowie die zugehörigen Austauschprozesse mit beobachtet werden.

Zu fragen ist nach Prozessen der Ausdifferenzierung unterschiedlicher literarischer Traditionen (in produktions- wie rezeptionsgeschichtlicher Perspektive) sowie nach der Herausbildung, Selbst- und Fremdpositionierung sowie Interaktion von unterschiedlichen Kommunikations- und Identitätsgemeinschaften in einer Stadt. Deren oft beschworene ‚kulturelle Vielfalt’ wird dabei nicht als gegebenes Faktum, sondern als sich wandelnder Effekt einer Diskursivierung verstanden, der zu unterschiedlichen Zeitpunkten vielfältige, bisweilen widerstreitende Funktionen übernehmen kann.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 23. Januar 2015
 
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