Netzwerk/Projekte
Zwischen
den Universitäten Tübingen und
Konstanz bestehen viele Verbindungen. Nicht
nur Institutionen kooperieren mit gemeinsamen
Veranstaltungen und Lehrprogrammen,
auch einzelne WissenschaftlerInnen und Studierende
arbeiten an ähnlichen und sogar manchmal an
gemeinsamen Projekten.
Beteiligte
Institutionen:
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Exzellenzcluster
16: Kulturelle Grundlagen von Integration,
Universität Konstanz
Die
Universität Konstanz hatte sich im Exzellenzwettbewerb
der DFG erfolgreich um die Einrichtung des
Cluster "Kulturelle Grundlagen von Integration"
beworben.
In dieser interdisziplinären Forschungs-
und Ausbildungseinrichtung werden Geistes-
und Sozialwissenschaftler/innen Prozesse sozialer
Integration und Desintegration auf allen sozialen
Ebenen samt ihrer kulturellen Grundlagen erforschen.
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Pressemeldung
der Universität Konstanz
Homepage
des Clusters
Susi
K. Frank / Cornelia Ruhe / Alexander Schmitz
Lotman
und die Kulturtheorie
Das Projekt verfolgt zwei Ziele. Einmal geht es
um die Edition theoretischer Texte Jurij Lotmans
zur Kultursemiotik, deren Rezeption sich bislang
weitgehend auf die Slavistik beschränkt. Entscheidend
ist in diesem Zusammenhang Lotmans Entwurf einer
historischen Semiotik der Kultur, der Kulturtypologie
mit der Dynamik der Semiose zwischen Zentrum und
Peripherie verbindet und Semiosphären als offene
Systeme im Ungleichgewicht konzipiert.
In Lotmans Kultursemiotik finden sich nicht nur
direkte Bezüge zu den ihrerseits die Brücke
zwischen Natur- und Kulturwissenschaften schlagenden
Thesen des Chaostheoretikers Ilya Prigogine, sondern
ebenso wichtige Berührungspunkte mit den Ansätzen
des New Historicism, der Kulturanthropologie von
Clifford Geertz oder auch der Metahistory Hayden
Whites. Zu diesen Wechselbezügen wird deswegen
neben der Edition ein konzentrierter Workshop vorbereitet,
der eine Kontextualisierung der Kultursemiotik Jurij
Lotmans und der Moskau-Tartuer-Schule in Bezug auf
die Programmatik des Clusters leisten soll.
Dieses Projekt erfolgt in enger Kooperation mit
der Slavistik in Tübingen (Prof. Dr. Schamma
Schahadat).
Forschungsstelle
Kulturtheorie und Theorie des politischen Imaginären
Die
Forschungsstelle, die aus Mitteln des Leibnizpreises
für Prof. Albrecht Koschorke eingerichtet wurde,
besteht aus dem Koordinationsbüro, das für
die wissenschaftliche Programmgestaltung und die
Durchführung von Veranstaltungen zuständig
ist sowie einer Gastprofessur für eine Dauer
von bis zu sechs Monaten pro Jahr
und dem Arbeitskreis für Kulturtheorie und
Theorie des politischen Imaginären, der in
möglichst jährlichem Turnus zusammentrifft.
Die Forschungsstelle knüpft an die Tradition
der Allgemeinen Literaturwissenschaft in Konstanz
an. Sie soll jedoch deren analytisches Instrumentarium
vorrangig auf Gegenstände richten, die außerhalb
der (im Sinn von: Dichtung verstandenen) Literatur
liegen, zudem arbeitet die Forschungsstelle interdisziplinär.
Ausführliche Informationen und Publikationen
sowie Textbeiträge zum Download finden Sie
auf der Homepage der Forschungsstelle. mehr...
Promotionsverbund
"Abgrenzung - Ausgrenzung - Entgrenzung:
Gender als Prozess und Resultat von Grenzziehungen
Die
Kategorie Geschlecht, das gesamte sex-gender-System,
ist das Resultat einer kulturellen Setzung. Es handelt
sich dabei um Prozesse der Grenzziehung, Abgrenzung,
Ausgrenzung, aber auch der kontinuierlichen Grenzüberschreitung,
deren Sanktionierung oder Legitimierung. Der Promotionsverbund
möchte sich daher der Frage widmen, wie unter
konkreten Umständen, in spezifischen literarischen
Texten, in konkreten historischen Konstellationen
Grenzziehungen vorgenommen bzw. repräsentiert
werden, wie und für wen diese Grenzen durchlässig
oder überschreitbar sind, wie sie gegen Auflösung
gesichert sind. Diesen Fragestellungen soll mithilfe
verschiedener Methoden nachgegangen werden, wie
sie etwa in der Soziologie und in den verschiedenen
Fächerkulturen der beteiligten Philologien
gepflegt werden. Unter der Vorgabe einer gemeinsamen
Arbeit am Text sollen die Fragen nach der Grenzsetzung
als sozialer Praxis und performativem Akt, der Grenze
als Resultat, nach den Differenzen zwischen den
beiden Räumen jenseits der Grenzen und nach
den Zwischenräumen verhandelt werden. mehr...
Netzwerk
Transatlantische Kooperation der Universität
Konstanz
Die
Universität Konstanz fühlt sich in besonderer
Weise dem Ziel verpflichtet, Forschung und Lehre
zu internationalisieren. In diesem Sinne haben Konstanzer
Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen begonnen,
ein interdisziplinäres Netzwerk aufzubauen,
das die bestehenden oder im Aufbau befindlichen
Austauschprogramme wissenschaftlich koordiniert.
Das Netzwerk Transatlantische Kooperation soll die
Effizienz des transatlantischen Austauschs durch
eine Verbesserung der Information über Gastaufenthalte
von Wissenschaftlern, Veranstaltungen und Konferenzen
vor Ort steigern. mehr...
Doktorandenkolleg
Zeitkulturen
Das
Doktorantenkolleg "Zeitkulturen" gehört
zum Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen
von Integration" der Universität Konstanz
und hat die "kulturelle Modellierung von Zeit"
zum Thema. Auf der Homepage des Doktorantenkollegs
finden Sie neben der Liste der als "Principal
Investigators" beteiligten Konstanzer Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler eine ausführliche Bibliographie
zum Themenkomplex "Zeit" und umfangreiche
Zusammenfassungen und Vertiefungstexte, welche das
Gesamtkonzept des Doktorantenkollegs ausführlich
erörtern. Sie "sollen als Beschreibungen
von Forschungsfeldern verstanden werden, die sich
im Einzelnen thematisch sehr vielfältig konkretisieren
lassen." Zusätzlich zu den vorgestellten
Aspekten des wissenschaftlichen Rahmenkonzepts können
sich interessierte Doktoranten mit den am Cluster
beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
in Verbindung setzen: "Themenangebote aller
Art sind willkommen. Sie können mit den einzelnen
am Cluster beteiligten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern individuell ausgehandelt werden."
mehr...
Graduiertenkolleg
"Die Figur des Dritten"
Das
Graduiertenkolleg der Universität Konstanz
"Die Figur des Dritten" fördert mittels
Stipendien Promotions- und Habilitationsprojekte.
Auf der Homepage sind vertiefende Informationen
und Ausführungen zu den einzelnen Promotionen
und Habilitationen zu finden sowie Veröffentlichungen
als auch eine ausführliche Auswahlbibliographie.
Detailliertere
Informationen bezüglich des Programms des Graduiertenkollegs
erhalten Sie hier.
In
der Zusammenfassung des "Forschungsprogramms
ab 2006" heißt es:
"Schlichter, Beobachter, Boten, Dolmetscher,
Parasiten, Rivalen, Verräter, Sündenböcke,
tricksters, queers, cyborgs - eine Vielzahl von
Bewohnern der Zwischenräume tummeln sich in
den kulturwissenschaftlichen Theorien des 20. und
beginnenden 21. Jahrhunderts. Als Mittler-, Überschreitungs-
und Hybridgestalten, als ausgeschlossene und zugleich
eingeschlossene, verfemte und lachende Dritte unterlaufen
sie herkömmliche dualistische Ordnungsmodelle.
,Effekte des Dritten' entstehen in dem Maß,
in dem intellektuelle Operationen nicht mehr bloß
zwischen den beiden Seiten einer geltenden Unterscheidung
hin- und herlaufen, sondern der Akt des Unterscheidens
selbst zum Gegenstand und Problem wird.
Das Graduiertenkolleg ,Die Figur des Dritten' geht
von der Beobachtung aus, dass eine augenfällige
Affinität derartiger, die großen Systematiken
verunreinigen-der Denkfiguren und Zwitterwesen zu
literarisch-künstlerischen Darstellungs-weisen
besteht. Die Literatur verfügt nicht nur
über reiche Erfahrung mit Grenzgänger-Helden,
sondern stellt auch die Artikulationsmittel bereit,
um intermediäre Phänomene im weiteren
Sinn beschreibbar zu machen. Dies eröffnet
einen genuin literaturwissenschaftlichen Zugang
zu Fragen der kulturellen Semiosis überhaupt
- auch im Blick auf die rhetorische und narrative
Verfasstheit nichtliterarischer Formationen des
Wissens.
In den Projekten der ersten Phase des Kollegs wurde
vor allem das Irritationspotential der jeweiligen
Figur des Dritten betont - ihr Vermögen, binär
codierte Grenzregimes zu unterminieren. In der zweiten
Phase dagegen soll die institutionenbildende Kraft
dritter Instanzen in den Vordergrund gestellt werden.
Das Kolleg ist am Konstanzer Fachbereich Literaturwissenschaft
mit seiner programmatischen Ausrichtung auf Allgemeine
Literaturwissenschaft, Historische Anthropologie
und Medientheorie angesiedelt. In der Behandlung
soziostruktureller und kultursemiologischer Aspekte
profitiert es von der Beteiligung der Konstanzer
Kultursoziologie und auswärtiger Kooperationspartner.
International soll die erfolgreiche Zusammenarbeit
mit den Universitäten Zürich, Johns Hopkins
und Chicago fortgeführt und vertieft werden.
Als neue Kooperationspartner kommen die Universität
St. Gallen sowie das an den Universitäten Erfurt,
Jena und der Bauhaus-Universität in Weimar
angesiedelte Graduiertenkolleg "Mediale Historiographien"
hinzu."