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Prof. Dr. Irina Wutsdorff PDF Drucken E-Mail
Beteiligte - Universität Tübingen

Universität Tübingen
Slavisches Seminar
Wilhelmstr. 50
Zi. 533
72074 Tübingen
Telefon 0049-(0)7071-29-78496
Fax 0049-(0)7071-29-59 24
Sprechstunde Dienstag 15-16

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Kurzporträt

geb. 1970
1 Tochter, 1 Sohn
1989-1996 Studium der Slavistik, Neueren deutschen Literatur und Politologie an der Freien Universität Berlin und der Karls-Universität Prag
1997-2002 Promotion ("Modellbildungen zur Kategorie der Offenheit. Texte und Konzepte der tschechischen Avantgardebewegung des Poetismus, des Prager Strukturalismus und Michail Bachtins") bei Prof. Dr. Herta Schmid, Universität Potsdam
2002-2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum der Akademie der bildenden Künste Prag, Lehrbeauftragte am Institut für tschechische Literatur und Literaturwissenschaft der Karls-Universität Prag
2005-2007 Postdoc-Stipendiatin der Universität Tübingen im Rahmen des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms
SS 2007-WS 2007/08 Wissenschaftliche Angestellte am FB Literaturwissenschaft - Slavistik der Universität Konstanz (Vertretung der Assistentur)
SS 2008 Wissenschaftliche Angestellte am Slavischen Seminar der Universität Tübingen (Anschubfinanzierung)
WS 2008/08 Wissenschaftliche Angestellte am FB Literaturwissenschaft - Slavistik der Universität Konstanz (Vertretung der Assistentur)
ab SS 2009 Wissenschaftliche Angestellte am Slavischen Seminar der Universität Tübingen (DFG-Projekt "Literatur und Philosophie")
ab 1. April 2011 Juniorprofessorin am Slavischen Seminar der Universität Tübingen

Forschungsprofil

Slavische Literaturen und Kulturen:
Russistik und Bohemistik
Literatur- und Kulturtheorie:
Michail Bachtin, Prager Strukturalismus, Kultursemiotik, Poststrukturalismus, Gender Studies
Allgemeine Literaturwissenschaft:
russische und deutsche Romantik im Vergleich, Literatur und Musik, Literatur und Philosophie
Epochenschwerpunkte:
russische Romantik und russischer Realismus, tschechische Literatur des 19. Jahrhunderts, der Moderne und insbesondere der Avantgarde
Gattungsschwerpunkte:
Lyrik und Prosa

Projekte

Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen

Zwischen ästhetischer und argumentativer Rede. Die literarische Diskurs als Ort kultureller Selbstreflexion in Russland im 19. Jahrhundert

Zwischen ästhetischer und argumentativer Rede. Der literarische Diskurs als Ort kultureller Selbstreflexion in Russland im 19. Jahrhundert (Teil des DFG-Projekts zu Literatur und Philosophie in der russischen Kultur)

Ausgangspunkt des Habilitationsprojekts ist das weit gefasste Literaturverständnis der russischen Kultur des 19. Jahrhunderts: Zahlreiche literarische Werke thematisieren kunst-, moral- und religions- sowie geschichts- und gesellschaftsphilosophische Fragen. Umgekehrt tendiert die Philosophie dazu, literarisierte Formen wie Brief oder Essay zu wählen. Beide Diskurse sind also eng miteinander verbunden, der Literatur kommt offenbar sogar eine Vorrangstellung in der kulturellen Selbstreflexion und -definition zu. Dieser sog. Literaturozentrismus – so die These – produziert ein Spannungsverhältnis eigener Art: Der Tendenz der Literatur zu ästhetischer Autonomie und Mehrdeutigkeit steht der heteronome Anspruch gegenüber, primäres Medium kultureller Selbstreflexion zu sein und dabei möglichst eindeutige Positionen zu formulieren. Das Projekt fragt deshalb danach, wie sich der Sonderstatus der Literatur in den Werken selbst artikuliert und auf ihre Poetik auswirkt, wie also der philosophische Diskurs in den literarischen eindringt und dabei zu Verschiebungen oder Brüchen führt.
Schwerpunkte der Untersuchung bilden Romantik und Realismus, wobei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Transtextualität von Literatur und Philosophie in den beiden Epochen herauszuarbeiten sind. Aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive soll typologisch an Beispieltexten beleuchtet werden, mit welchen poetischen und rhetorischen Strategien sie ihre Sonderstellung innerhalb des kulturellen Systems behaupten und evtl. reflektieren. Zum Textkorpus gehören Philosophen, die mit literarischen Ausdrucksformen arbeiten (wie P. Čaadaev), Schriftsteller, die in ihren literarischen Werken philosophische Fragen behandeln und/oder zusätzlich reflektierende Texte verfassen (wie F. Dostoevskij) oder sich im Spätwerk von der Literatur ab- und einem philosophisch-didaktischen Duktus zuwenden (wie N. Gogol’ oder L. Tolstoj), sowie synkretistische Philosophen-Literaten der Jahrhundertwende, die sich v.a. auf Literatur des 19. Jh.s beziehen (wie V. Rozanov oder L. Šestov).
Mit einem diskursanalytisch komparatistischen Ansatz soll dabei auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit eine Korrelation besteht zwischen der Bevorzugung literarischer bzw. literarisierter Genres einerseits und den Selbstbeschreibungsmodellen der russischen Kultur andererseits: Wenn für Russland häufig – und in polemischer Abgrenzung gegen die analytisch rationalistische Prägung des Westens – eine besondere Befähigung zu ganzheitlichem Denken in Anschlag gebracht wird, entspricht dem oft ein Ausweichen und greifen in asystematische, literarische Ausdrucksformen.

Veröffentlichungen

MONOGRAPHIE

2006
Bachtin und der Prager Strukturalismus. Modelle poetischer Offenheit am Beispiel der tschechischen Avantgarde, München.

AUFSÄTZE

In Vorbereitung: “Literatur und/oder Philosophie? Zum philosophischen Status der Literatur in der deutschen und russischen Romantik”, in: Literatur und Philosophie. Wechselwirkungen, Parallelentwicklungen, Abgrenzungen, hg. v. Catrin Misselhorn, Schamma Schahadat, Irina Wutsdorff. Paderborn.

Im Druck: „Post-structuralism under communist conditions? The Construction of Identity in Czech Dissident Literature“, in: Slovo a smysl, Časopis pro mezioborová bohemistická studia / Word & Sense. A Journal of Interdisciplinary Theory and Criticism in Czech Studies 2009.

Im Druck: „Jurij Lotmans Kultursemiotik zwischen Russland und Europa“, in: Integration und Explosion. Perspektiven auf die Kultursemiotik Jurij Lotmans, hg. v. Susi K. Frank, Cornelia Ruhe, Alexander Schmitz, Bielefeld.

Im Druck: „Tschechische Literatur und Ideologie“, in: Zugänge. Ein bohemistisches Studienhandbuch zu Literatur und Kultur, hg. von Jan Jiroušek, Andreas Ohme und Wolfgang Schwarz, Hildesheim u.a.

Im Druck: „Estetická funkce a funkcionalismus“ [„Ästhetische Funktion und Funktionalismus“], in: Heslář české avantgardy [Glossarium der tschechischen Avantgarde], hg. v. Josef Vojvodík und Jan Wiendl, Praha.

Im Druck: "Ambivalenz versus Ironie. Shakespeare als Gewährsmann für eine Poetik des Romans bei Bachtin und in der deutschen Frühromantik“, in: Slavisches Drama und Theater in Vergangenheit und Gegenwart, hg. v. Birgit Krehl, München.

2010 "Synthese der Künste in der Literatur. Wagner und das Gesamtkunstwerk mit den Augen Vl. Odoevskijs", in: Das Konzept der Synthese im russischen Denken. Künste – Medien – Diskurse, hg. v. Nadežda Grigor’eva, Schamma Schahadat, Igor’ Smirnov, Irina Wutsdorff, Wiener Slavistischer Almanach, Sonderbd. 76, München – Wien, S. 11- 29.

2010 "Vorwort", in: Das Konzept der Synthese im russischen Denken. Künste – Medien – Diskurse, hg. v. Nadežda Grigor’eva, Schamma Schahadat, Igor’ Smirnov, Irina Wutsdorff, Wiener Slavistischer Almanach, Sonderbd. 76, München – Wien, S. 5-10.

2009 "Erzählen wider das Erzählen. Tolstojs Darstellung von Levins Sinnsuche in Anna Karenina" Zeitschrift für Slavische Philologie 66(2009)1, S. 93-127.

2008 "Auf der Schwelle zur Avantgarde? Zum Status der Phantasie in Jiří Mahens Měsíc (Der Mond)", in: Kapitel aus der Poetik. Die zehner Jahre in der tschechischen Literatur zwischen Symbolismus und Avantgarde. Beiträge zum Internationalen Bohemistischen Symposium an der Universität Potsdam, herausgegeben von Birgit Krehl und Herta Schmid unter Mitwirkung von Ursula Hanus, München. S. 146-158.

2006 "Místo Babičky ve vývoji české literatury z pohledu genderu", in: Hodnoty a hranice. Svět v české literatuře, česká literatura ve světě. Příspěvky z 3. kongresu světové literárněvědné bohemistiky, Praha, 28.6.-3.7.2005, herausgegeben vom Ústav pro českou literaturu AV ČR, Praha, S. 37-46.

2006 "Zur Einordnung des tschechischen Poetismus im Spannungsfeld von Avantgarde und Spätmoderne: Teiges Programmatik und Nezvals Pásmo-Dichtungen", in: Spätmoderne. Lyrik des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa I, herausgegeben von Alfrun Kliems, Ute Raßloff und Peter Zajac, Berlin, S. 101-120.

2005 "Die prästrukturalistische Theorielinie der tschechischen Ästhetik im Kontext der deutschsprachigen Musikästhetik des 19. Jahrhunderts", in: Prozesse kultureller Integration und Desintegration. Deutsche, Tschechen, Böhmen im 19. Jahrhundert, herausgegeben von Steffen Höhne und Andreas Ohme, München, S. 309-332.

2005 "'Die großen Philosophen'. Methodologische Überlegungen anlässlich eines Stereotyps über den russischen Roman des 19. Jahrhunderts", in: Stereotyp und Geschichtsmythos in Kunst und Sprache. Beiträge zur Kultur Ostmitteleuropas auf der Internationalen Konferenz, Potsdam 16.-18. Januar 2003, herausgegeben von Katrin Berwanger und Peter Kosta, Frankfurt am Main, S. 371-384.

2003 "Symbol und Assoziation. Zur Konzeption des poetischen Bildes im Symbolismus (Březina) und Poetismus (Nezval)", in: Kapitel zur Poetik. Vrchlický und der tschechische Symbolismus. Beiträge zum Internationalen Bohemistischen Vrchlický-Symposium an der Universität Potsdam vom 4. bis 7. Dezember 1997, herausgegeben von Herta Schmid unter Mitwirkung von Birgit Krehl und Irina Wutsdorff, München, S. 259-270.

2001 "Umělecký text jako fenomén překračující hranice. Koncepce konstituce smyslu u Michaila Bachtina a v Pražském strukturalismu", in: Česká literatura na konci tisíciletí. Příspěvky z 2. kongresu světové literárněvědné bohemistiky, Praha, 3.-8. července 2000, herausgegeben vom Ústav pro českou literaturu AV ČR, Praha, S. 471-479.

2001 "Momente von Trivialität im tschechischen Poetismus aus postmoderner Perspektive", in: Anzeiger für Slavische Philologie (XXVIII/XXIX), Sondernummer zur 3. Tagung des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft in Salzburg September 1999, herausgegeben von Peter Deutschmann, Eva Hausbacher und Wolfgang Weitlaner, Graz, S. 159-171.

2000 "Avantgardistische Konzeptionen zum Film im tschechischen Poetismus", Balagan. Slavisches Drama, Theater und Kino, Band 6, Heft 2/2000, S. 105-127.

1999 "Polyphoner Roman und polyphone Prosa. Zur Verwendung des (musikwissenschaftlichen) Begriffs Polyphonie in der Literaturwissenschaft am Beispiel M. Kunderas und S. Richterovás", Zeitschrift für Slavische Philologie 58 (1999) 2, S. 427-443.

1999 "Dialogičnost v prozaické trilogii Sylvie Richterové Slabikář otcovského jazyka", Česká literatura 47 (1999) 4, S. 364-386.

KURZBEITRÄGE

2009 Werkartikel zu: Josef Čapek: Kulhavý poutník; Ludvík Vaculík: Český snář; Jan Zábrana: Celý život. Überarbeitung von Werkartikeln zu: Jaroslav Hašek: Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války; Milan Kundera: Směšné lásky und Kniha smíchu a zapomnění; Sylvie Richterová: Místopis. In: Kindlers Literatur Lexikon, 3., vollständig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart. (in Vorbereitung)

2006 "Eine Suche nach den Möglichkeiten der Interpretation zwischen Strukturalismus und Hermeneutik", Rezension zu Jiří Holý: Možnosti interpretace, Olomouc 2002, in: Slovo a smysl, Časopis pro mezioborová bohemistická studia / Word & Sense. A Journal of Interdisciplinary Theory and Criticism in Czech Studies 5, III/2006, S. 317-326.

2005 Kurzbeitrag zur Enquete „Otázka pro… …avantgarda / Question for… …avant-garde", in: Slovo a smysl, Časopis pro mezioborová bohemistická studia / Word & Sense. A Journal of Interdisciplinary Theory and Criticism in Czech Studies II/2005, S. 268-269.

2005 "Třetí světový kongres literárněvědné bohemistiky", Česká literatura 53 (2005) 6, S. 889-892.

HERAUSGEBERSCHAFT UND MITARBEIT AN SAMMELBÄNDEN

in Vorbereitung: Literatur und Philosophie. Wechselwirkungen, Parallelentwicklungen, Abgrenzungen, hg. v. Catrin Misselhorn, Schamma Schahadat, Irina Wutsdorff. Paderborn.

2010 Das Konzept der Synthese im russischen Denken. Künste – Medien – Diskurse, hg. v. Nadežda Grigor’eva, Schamma Schahadat, Igor’ Smirnov, Irina Wutsdorff, Wiener Slavistischer Almanach, Sonderbd. 76, München – Wien.

2007 Redaktion der deutschen Fassung der Anthologie Utopien und Konflikte. Dokumente und Manifeste zur Tschechischen Kunst 1937-1989, herausgegeben von Jiří Ševčík und Peter Weibel, Ostfildern. (Fach- und Sprachredaktion der deutschen Fassung der Anthologie České umění 1938-1989. Programy / Kritické texty / Dokumenty, herausgegeben von Jiří Ševčík, Pavlína Morganová, Dagmar Dušková, Praha 2001.).

2003 Kapitel zur Poetik. Vrchlický und der tschechische Symbolismus. Beiträge zum Internationalen Bohemistischen Vrchlický-Symposium an der Universität Potsdam vom 4. bis 7. Dezember 1997, herausgegeben von Herta Schmid unter Mitwirkung von Birgit Krehl und Irina Wutsdorff, München.

2000 Kapitel zur Poetik Karel Hynek Máchas. Die tschechische Romantik im europäischen Kontext. Beiträge zum Internationalen Bohemistischen Mácha-Symposium an der Universität Potsdam vom 21. bis 22. Januar 1995, herausgegeben von Herta Schmid in Zusammenarbeit mit dem Ústav pro českou literaturu Akademie Věd České Republiky und unter Mitwirkung von Holt Meyer und Irina Wutsdorff, München.

ÜBERSETZUNGEN

2007 mehrere Übersetzungen für die deutsche Fassung der Anthologie Utopien und Konflikte. Dokumente und Manifeste zur Tschechischen Kunst 1937-1989, herausgegeben von Jiří Ševčík und Peter Weibel, Ostfildern. (orig.: České umění 1938-1989. Programy / Kritické texty / Dokumenty, herausgegeben von Jiří Ševčík, Pavlína Morganová, Dagmar Dušková, Praha 2001.)

2001 Ivan Klimeš (Prag): „Tschechische Öffentlichkeit versus Verkaufte Braut", Balagan. Slavisches Drama, Theater und Kino, Band 7, Heft 1/2001, S. 90-107.

Links:

http://www.slavistik.uni-tuebingen.de/mitarbeitende/irina-wutsdorff.html

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012
 
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