Folgen Sie diesem Link unter keinen Umständen! Sie werden andernfalls von dieser Seite verbannt. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme.
Reisen in Grenzregionen. Der dokumentarische Blick in der Kunst PDF Drucken E-Mail
Veranstaltungen - Tagungen

Reisen in Grenzregionen. Dokumentarische Blicke, mobile Betrachter.
Ein Werkstattgespräch
mit Ulrike Ottinger, Ursula Biemann, Shaheen Dill-Riaz, Deniz Göktürk, Sven Sappelt, Tanja Zimmermann.

Wann: Mittwoch, 30. Mai 2012, 14.00 bis 20.00 Uhr.
Wo: Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster, Konstanz.
Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

Begleitprogramm:

28. Mai 2012, 18.00 Uhr, "Unter Schnee" - Filmvorführung und Gespräch mit Ulrike Ottinger, Scala Kinocenter.
29. Mai 2012, 20.00 Uhr, "Ulrike Ottinger - Die Nomadin vom See" - Kinostart, Filmvorführung und Gespräch mit Ulrike Ottinger und Brigitte Kramer, Scala Kinocenter.
04. Mai - 01. Juli 2012, "Sahara Chronicle" - Ausstellung von Ursula Biemann im Kunstverein Konstanz.

Organisation und Moderation: Deniz Göktürk (University of California, Berkeley) und Sven Sappelt (Universität Konstanz).

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Exzellenzcluster “Kulturelle Grundlagen von Integration” und dessen Master-Studiengang “Kulturelle Grundlagen Europas” an der  Universität Konstanz, dem Kunstverein, dem Kulturbüro und dem Scala Kinocenter Konstanz.

Programm:

Wie dokumentarisch ist die Kunst? Welches Publikum erreicht ein Film und eine Video-Installation? Vermögen bewegte Bilder Weltsichten zu verändern? Was wollen engagierte Künstlerinnen in der gegenwärtigen geopolitischen Konstellation sichtbar machen oder bewirken? An welchen Orten und durch welche Medien finden Interventionen statt? Auf welche Quellen und Archive greifen sie zurück?

Im Rahmen eines Werkstattgesprächs mit den weltweit reisenden Künstlerinnen Ulrike Ottinger und Ursula Biemann sollen diese Fragen detailliert beleuchtet werden. Film und Installationskunst werden in unterschiedlichen Domänen rezipiert, in kulturwissenschaftlicher Perspektive ergeben sich jedoch Parallen, was die Materialität und Verortung bewegter Bilder angeht. Aber was heisst heute Verortung? Mit den digitalen Medien werden neue Formen der Ausstellung und Teilhabe möglich; Akteure und Bilder sind in Bewegung. Im Blick des Betrachters rückt Fernes nah, Geschichte verschichtet sich mit Gegenwart, und Fragmente werden in wechselnden Konstellationen immer wieder neu zusammengesetzt. Lineare Ordnung gerät in ein Spannungsverhältnis zu multiperspektivischer Inszenierung.

Während der Veranstaltung werden Ausschnitte aus mehreren Arbeiten der beiden Künstlerinnen gezeigt und gemeinsam analysiert.

Ulrike Ottinger ist seit den frühen siebziger Jahren als Filmemacherin unterwegs. Ihr Markenzeichen sind Reisefilme, in denen sich der dokumentarische Blick mit phantastisch-theatralischen Elementen verbindet. Sie hat in der Mongolei, China, Korea und Japan gedreht und ihre Werke werden sowohl im Kino als auch in Kunstausstellungen wie der Documenta gezeigt. Die geborene Konstanzerin filmte gelegentlich auch am Bodensee, z.B. im Piratendrama Madame X von 1977, in dem der Innenhof der neu gebauten Universität zu sehen ist. In den Jahren 1969-1972 betrieb sie einen Filmclub in Konstanz. Ein Gespräch mit Ottinger über bewegte Bilder in Grenzregionen ist daher nicht zuletzt auch ein Ereignis von stadtgeschichtlicher Bedeutung.

Ursula Biemann verfolgt mit ihren Film-Essays und Video-Installationen seit den späten neunziger Jahren das Projekt einer Gegen-Geographie. Der globalen Zirkulation von Ressourcen stellt sie die Reflexion über situierte Körper entgegen. Ihre Internetseite trägt den Titel Geobodies. In Europlex (2003) und Sahara Chronicle (2006-2007), die noch bis zum 1 Juli 2012 im Konstanzer Kunstverein zu sehen sind, zeigt sie, wie die Außengrenzen der EU sich immer weiter nach Süden in den afrikanischen Kontinent hinein verschieben und eigene ökonomische Strukturen wie Transport- und Versorgungsnetzwerke entstehen lassen.

Beide Künstlerinnen verbinden dokumentarische Strategien mit ästhetischer Verarbeitung und zeigen ironische Diskrepanzen zwischen gängiger Medienberichterstattung und der alltäglichen Praxis vor Ort. Ursula Biemann, die in Zürich lebt und arbeitet, betrachtet Ulrike Ottinger dabei als eine Wegbereiterin, die Video in den Kunstraum eingeführt hat (etwa mit Südostpassage auf der Documenta 11). Daraus ergeben sich Korrepondenzen auf inhaltlicher wie formaler Ebene zwischen Südostpassage und Biemanns Black Sea Files, einer Videoarbeit über das Leben entlang der Ölpipeline vom Kaspischen Meer bis zum Mittelmeer.

Deniz Göktürk, Professorin für Germanistik, Film und Medien an der University of California, Berkeley, ist derzeit Fellow am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz. Sie wird das Werkstattgespräch moderieren und in den Kontext von Fragen nach der Bedeutung von Dokumenten und Archiven für Autoren und Betrachter in unserer polyglott-mobilen Welt stellen.

Weiterführende Links:

Ulrike Ottinger www.ulrikeottinger.com
Ursula Biemann www.geobodies.org
Artterritories www.artterritories.net
Multicultural Germany Projekt mgp.berkeley.edu
TRANSIT german.berkeley.edu/transit
Exzellenzcluster Kulturelle Grundlagen von Integration www.exc16.de
M.A. Kulturelle Grundlagen Europas www.europa-studieren.de

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 15. Mai 2012
 
Zum Seitenanfang