Die Zukunft der Erinnerung und der Holocaust. Von Geoffrey Hartman und Aleida Assmann

PDF Drucken E-Mail
Publikationen - unkategorisiert

Die Zukunft der Erinnerung und der Holocaust. Von Geoffrey Hartman und Aleida AssmannKonstanz: Konstanz University Press 2012.

Geoffrey Hartman, einer der international renommiertesten Literaturwissenschaftler, hat sich in den letzten Jahren intensiv der analytischen Aufarbeitung eines Begriffs angenommen, der in den Kulturwissenschaften den Status eines „Plastikworts“ hat: der kulturellen Erinnerung. Die in diesem Band zusammengefassten Überlegungen zeigen, wie sich „kulturelle Erinnerung“ in unserer nachmodernen und posttraumatischen Epoche konkret mit neuen kulturellen Grundfragen, künstlerischen Projekten und literarischen Praktiken verbindet – und dies vor allem vor dem Hintergrund der Erfahrung des Holocaust.

Der erste Teil – „Zeugenschaft und Pathosnarrativ“ – untersucht die Belastbarkeit neuer und alter Formate des Erzählens. Die enge Verschränkung von kulturellem Gedächtnis mit Öffentlichkeit und Medien ist Gegenstand des zweiten Teils des Buches über „Zeugenschaft und Leiden auf Distanz“, in dem Fragen der Gegenwartskultur nach Qualität und Grenzen der Empathie angesichts der über globale Bilder- und Informationsströme vermittelten immer neuen Szenen von realer und fiktiver Gewalt zugespitzt werden. In „Das Demokratische Museum“ grenzt Hartman das kulturelle vom öffentlichen Gedächtnis ab. Im vierten Teil des Buches stehen schließlich die Schwierigkeiten des Aufbaus eines kulturellen Gedächtnisses in einer Umwelt der Massenmedien im Fokus, die einer Hyper- oder Derealisierung der Erfahrungs- und Lebenswelt Vorschub leisten. Die Essays konvergieren in der hochaktuellen Frage nach der Zukunft der Holocaust-Erinnerunng. (Verlag)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012
Mehr über "Die Zukunft der Erinnerung und der Holocaust. Von Geoffrey Hartman und Aleida Assmann"
 

Nachbarschaft, Räume, Emotionen. Herausgegeben von Sandra Evans und Schamma Schahadat

PDF Drucken E-Mail
Publikationen - unkategorisiert

Nachbarschaft, Räume, Emotionen. Herausgegeben von Sandra Evans und Schamma SchahadatInterdisziplinäre Beiträge zu einer sozialen Lebensform. Bielefeld: transcript 2011.

Kann Nachbarschaft geplant, organisiert oder gar erzwungen werden? Welche Rechte, welche Verantwortung haben die Nachbarn – und wie wird der ideale Nachbar definiert? Wo liegt der Unterschied zwischen Nachbarschaft und Gemeinschaft?

Dieses Buch richtet den Blick auf den räumlichen und emotionalen Zustand des Nachbar-Seins: Nachbarschaft kann Nähe und Intimität zum (räumlich) Nächsten erzeugen, birgt aber auch die Gefahr von Unstimmigkeiten und Konflikten. Der interdisziplinäre Band untersucht verschiedene Entwürfe und Realisierungen von Nachbarschaft. Die Beiträge richten den Blick auf unterschiedliche Formate: auf die sowjetische Kommunalwohnung, die amerikanische „gated community“, auf den Klosterbau, aber auch auf gute und schlechte Nachbarschaften in der Literatur.

Mit Beiträgen u.a. von Zygmunt Bauman und Slavoj Zizek und mit zwei Texten von Wladimir Kaminer. (Verlag)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012
 

Neuerscheinung: Despoten dichten. Herausgegeben von Albrecht Koschorke und Konstantin Kaminskij

PDF Drucken E-Mail
Publikationen - unkategorisiert

Albrecht Koschorke/ Konstantin Kaminskij (Hg.): Despoten dichtenSprachkunst und Gewalt. Konstanz: Konstanz University Press 2011.

Warum haben ausgerechnet Gewaltherrscher oft eine besondere poetische Ader? Auf welchem gemeinsamen Grund treffen sich Terror und Fiktion? Welche Verbindung gehen Kunst und Politik ein, wenn die Dichter-Kämpfer zugleich politische Führer sind, die den Staat als Kunstwerk betrachten?

Den Hauptteil des Bandes bilden Studien zu dichtenden Despoten des 20. Jahrhunderts. Auf einen einleitenden Essay über Nero folgen Beiträge zu Benito Mussolini, Josef Stalin, Adolf Hitler, Mao Zedong, Kim Il-Sung, Muammar al-Gaddafi, Saddam Hussein, Saparmyrat Nyýazow und ein Essay von Slavoj Žižek über Radovan Karadžić. Den Abschluss bildet eine Betrachtung von Boyan Manchev über den Zusammenhang von Romantik, Avantgarde und tyrannischer Poesie. (Verlag)

Prof. Dr. Albrecht Koschorke lehrt Allgemeine Literaturwissenschaften an der Universität Konstanz. Er ist Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters und Alumnus des Kulturwissenschaftlichen Kollegs. Der Slawist Konstantin Kaminskij ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012
 

Dorothee Kimmich: Lebendige Dinge in der Moderne

PDF Drucken E-Mail
Publikationen - unkategorisiert

Lebendige Dinge in der ModerneKonstanz University Press, 1. Aufl. 2011, ca. 92 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, ca. EUR 14.90 / CHF 23.50, ISBN: 978-3-86253-008-3

Ein literaturwissenschaftlicher Essay über das Verhältnis des Menschen zu seinen Dingen.
Dorothee Kimmich geht von dem doppelten Befund aus, dass die Moderne den Dingen ›das Leben nimmt‹, indem sie natur- und kulturwissenschaftlich erklärt und objektiviert. Diesen ›Tod‹ stellen die moderne Literatur, bildende Kunst und Photographie jedoch umgekehrt dadurch in Frage, dass sie diesen Dingen ein Eigenleben zugestehen, das hermeneutisch gerade nicht mehr zu fassen ist: Dinge bedeuten nicht mehr, und der Mensch muss sich die Welt fortan mit ihnen teilen.
Erst seitdem vor 20 Jahren die Ethnologie die Philosophie als literaturwissenschaftliche Leitdisziplin abgelöst hat, kann die »material culture«, das Leben der Dinge, entdeckt und erforscht werden. So zeigen denn auch Kimmichs Lektüren mit einem anthropologischen Blick auf, dass der moderne Mensch nicht nur angehalten ist, das Eigene ins Verhältnis zum Fremden zu setzen, sondern sein Umgang mit den Dingen auch exemplarisch für den Umgang mit dem Fremden steht: ein grundlegendes ethisches Unterfangen also.
Im ersten Teil ihres Essays (›Thesen‹) erläutert die Autorin, warum Dinge dem Menschen nicht nur fremd, sondern auch ähnlich sind. Die Lebendigkeit der Dinge, wie sie uns in modernen Texten begegnet, wird unterschätzt, wenn man sie nur als Wiederbearbeitung historischer Motive begreift. Im zweiten Teil (›Texte‹) zeigt uns Dorothee Kimmich, wie man mit Siegfried Kracauer im »Niemandsland der Dinge« überlebt, wendet sich der »Rückseite der Spule« bei Walter Benjamin zu, und erklärt, »warum sich bei Lord Chandos, Malte Laurids Brigge und dem Zögling Törleß alles um die Dinge dreht«. Überlegungen zu »Charlie Chaplins Komplizen« und der »Seife von Francis Ponge« beschließen das Buch. (Verlagsinformationen)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012
 


Zum Seitenanfang
Folgen Sie diesem Link unter keinen Umständen! Sie werden andernfalls von dieser Seite verbannt. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme.